Ein Makler hilft, beim Verkauf des Hauses einen möglichst hohen Preis zu erzielen. Als Hausbesitzer muss man aber den richtigen finden – eine trickreiche Aufgabe.

Halten Sie nach einem Makler Ausschau, der sich in der Umgebung auskennt und schliessen Sie einen schriftlichen Vertrag ab.

 

Welcher Makler ist der richtige?

Beauftragen Sie einen Makler aus der Re­gion. Diese kennen den lokalen Markt und die Preise und verfügen oft bereits über Kontakte zu Kaufinteressenten. Suchen Sie in der Lokalzeitung nach Maklern, die regelmässig Häuser ausschreiben, die in die gleiche Kategorie fallen wie Ihre Liegenschaft. Verlangen Sie Referenzen zu typenähnlichen Liegenschaften. Makler, die Mitglied beim Schweizerischen Verband der Immobilienwirtschaft (SVIT) sind, unterliegen den Standesregeln, die Grundsätze zur Berufsausübung enthalten. Meiden Sie Makler, die keinen festen Geschäftssitz, keine Website und nur eine Handynummer angeben. Wie das Beispiel aus der Beratungspraxis des Beobachters zeigt (siehe «Makler: Drei Offerten, drei Preise»), lohnt es sich, mindestens drei Offerten einzuholen und dabei kleinere wie grössere Maklerbüros einzubeziehen.

Wie hoch darf das Honorar sein?

Üblich ist eine Provision zwischen zwei und drei Prozent des effektiven Verkaufspreises bei Erfolg. Zusätzlich kann vereinbart werden, dass der Makler auch ohne Erfolg ein Basishonorar erhält oder gewisse Zusatzleistungen erfolgsunabhängig geschuldet sind. Ein übermässig hoher Maklerlohn kann vom Richter herabgesetzt werden, sagt das Gesetz. Als Anhaltspunkt: Auch eine Provision von 3,75 Prozent kann laut Bundesgericht im Rahmen liegen.

 

Muss ich die Liegenschaft schätzen lassen?

Nicht zwingend. Auch der Makler nimmt eine Bewertung vor. Ein Liegenschaftenschätzer kann beim Festsetzen des Verkaufspreises aber gute Dienste leisten, weil er im Gegensatz zum Makler sicher nicht in Versuchung kommt, den Preis unrealistisch hoch anzusetzen, um den Zuschlag für den Maklervertrag zu erhalten. Kostenpunkt: 1000 bis 1500 Franken.

Unterlagen, die der Makler für die Erstellung einer Offerte benötigt

✔ Grundbuchauszug und Katasterplan

✔ Grundrisspläne, eventuell Baubeschrieb

✔ Schätzung der Gebäudeversicherung

✔ Bei Stockwerkeigentum: Reglement, Jahresabrechnungen der letzten drei Jahre, Stand Erneuerungsfonds

 

Braucht es einen schriftlichen Vertrag?

Das Gesetz schreibt keinen vor, aber ein schriftlicher Vertrag ist empfehlenswert.

Der Vertrag sollte folgende Punkte regeln

✔ Verkaufsgegenstand

✔ Richtpreis, eventuell Mindestpreis

✔ Auftragsinhalt: nur Nachweis eines Kaufinteressenten oder gesamte Durchführung?

✔ Laufzeit und Kündigung

✔ Honorar: Höhe und Voraussetzungen

✔ Nebenkosten für Inserate und Verkaufsunterlagen

✔ Entschädigung bei Nichtverkauf

✔ Entschädigung bei Eigenverkauf

✔ Exklusivrecht des Maklers, ja/nein?

 

 

Quelle: Beobachter von  04. Dezember 2017